Aktuelles

4.07.2018 - erste Messergebnisse eingegangen!

gestern kam die lang ersehnte Mail von Yokom McColl mit den Messergebnissen der 30 Proben aus dem ersten Päckchen! Das Paket mit allen späteren Proben (64 von 10 Züchtern) ist dort angekommen und geht die nächsten Tage in Arbeit. Die Spannung steigt. Aber heute wird in Amerika erst mal der - 4.Juli gefeiert!
Sobald die Ergebnisse hier sind, mailen wir sie an euch weiter! LG Karin und Christoph
P.S.: ja, die Ergebnisse sind mega interessant!

Sortierplatz für Wolle, Rinteln  (Foto: Höller)

03.06.2018 Pommernwolle direkt ab Hof kaufen!

Sie bekommen Rohwolle aktuell bei:
   Markus Wolf, 51702 Bergneustadt, Tel: 0151-62904291
   Andreas und Andrea Kronberg, 15838 Am Mellensee, Tel: 033703-15964
   Wiltrud Gutsmidl, 53359 Rheinbach, Tel: 02225-785702
Preise dort erfragen, Abholung nur nach Absprache!

03.06.2018 - Neues zur Wollfeinheitsmessung

das erste Paket mit Proben ist vorgestern in Colorado angekommen! es war 18 Tage unterwegs.... da könnte man fast nervös werden. Inzwischen trudeln hier alle zwei Tage Päckchen mit weiteren Proben ein.
Wer möchte kann noch Proben schicken, dann bitte kurz melden, damit das einschätzen können!
LG Karin und Christoph

Weidetierprämie

Die Schäfereien - insbesondere die Berufsschäfereien sind in ihrer Existenz bedroht. Zwischen 2010 und 2016 haben 13% der Betriebe aufgegeben! Der Ertrag aus Landschaftspflegeaufträgen und Verkauf der Schlachtlämmer deckt nicht die Kosten. Von der Wolle wollen wir mal gar nicht anfangen. Grünlandprämien der EU, die eigentlich für den Bewirtschafter gedacht sind, kommen bei den Schäfern oft nicht an. Die Pflege unserer Kulturlandschaft ist jedoch ohne Schafe nicht denkbar: Naturschutzflächen würden/werden verbuschen. Lüneburger Heide, Schwäbische Alm, Rhön werden nicht mehr das sein, was sie mal waren. Und sie werden nicht mehr so artenreich sein wie sie es(noch) sind. Die Förderung der Schäfer durch eine Weidetierprämie wäre hier eine Lösung. Zur Zeit läuft eine Petition für die Weidetierprämie, am 12.4.2018 wurde der Zwischenstand mit 120.000 Unterschriften an 12 Landtagen übergeben. Abgeordnete, Staatssekretäre und sogar Minister haben die Schäfer empfangen, auch die Presse ist vor Ort gewesen.
mehr über die Weidetierprämie: Bundesverband Berufsschäfer
zur Petition, die noch bis Ende April läuft: Weidetierprämie
Karin

15.04.2018 - Neues zur Wollfeinheitsmessung

Ich habe Frau Dr. Kurt zum Thema Wollfeinheitsmessung angeschrieben. Sie hat darauf aufmerksam gemacht, dass bei der Feinheitsmessung nicht zwischen Wollfasern und Haaren unterschieden wird- für eine ideale Struktur der Pommernwolle wäre ein ca. 30%iger Anteil an Haaren im Vlies notwendig. Ein wichtiger Hinweis! Da die Ergebnisse jedoch durch die Vlies-Betrachtung ergänzt werden, sollte sich dadurch kein Problem ergeben.
Karin

3. April 2018 - Wollfeinheitsmessung: geplant in 2018!

Pommernwolle ist etwas Besonderes. Sie ist grau. Graublau, blaugrau, blau. So konsequent graue Wolle haben wenige Schafrassen. Viele der bunten Schafe haben ein anderes Spektrum oder eben auch grau . Die meisten sind eh weiß, die werden hier mal nicht berücksichtigt. Wen interessiert schon weiße Wolle, wenn man fließendes Silber spinnen kann!
Doch nicht nur die Färbung der Wolle ist etwas besonderes, auch die Struktur der Mischwolligen rauhwolligen pommerschen Landschafe ist bemerkenswert. Die Wolle ist wetterfest. Heißt: sie schützt unsere Pommernschafe vor dem Wetter. Regen, Wind, Schnee und Kälte, aber auch vor der Sonne. Nicht alle Vliese können das! Einige Schafrassen haben keinen Schutz vor Regen, Wind, Schnee und Kälte. Einige, weil sie einfach nicht in diese Klimazone gehören, sondern auf andere Regionen unserer Erde spezialisiert sind. Andere, weil der Mensch sie so gezüchtet hat. Weil er besonders feine, weiche Fasern wollte, die in der Industrie aber auch bei vielen HandarbeiterInnen - nicht zu vergessen den Tuch und PulloverNutzern! - beliebt sind.
Letztens habe ich mich in einem Internetchat mit anderen wollbegeisterten Schafbesitzerinnen darüber ausgetauscht, welche Strategien Schafe für ihre wetterfeste zweite Schicht haben. Shetlandschafe haben ein sehr dichtes, recht feines, stark gekrimptes Vlies, das durch seine Dichte einen unglaublichen Halt hat. Es wiedersteht dem Wind und dem waagerechten! Regen auf den Shetlandinseln perfekt. Die Fasern sind sehr gleichmäßig und liegen - wie Löffelchen in der Besteckkiste - nebeneinander und trotzen dem Wetter. Andere, wie die Islandschafe, haben eine lange, dichte, gleichmäßig feine Unterwolle, die Wind und Schneedicht ist und ein kräftiges sehr langes Deckhaar das den Regen ableitet, sie halten den isländischen Wetterbedingungen problemlos stand.
Wie machen es nun unsere Pommernschafe? Die Wolle soll kraftvoll sein, sie soll Überhaar gegen den Regen haben. Das Überhaar wächst vor allem im Sommer und Herbst. Zum Winter hin wächst dann auch die Unterwolle, die aber nicht so gleichmäßig und fein ist, nicht wie die Löffelchen liegt: sie ist chaotisch! Betrachtet man Pommernwolle unter der Lupe, so findet man nicht nur weiße und schwarze Fasern (mal mehr diese mal mehr die anderen) sondern auch - kein System. Die Wolle ist chaotisch, alle möglichen Faserdurchmesser, alle möglichen Krümmungen / Krimp. Einen Eindruck erhält man beim Scheiteln der Wolle: sie wirkt außen noch genauso dicht wie innen drin, wo weniger Platz ist.
Wärme durch Volumen, Volumen durch Chaos!

Pommernvlies nach der Schur- unbehandelt! unter der Lupe. Das Chaos der Wollfasern

So ganz ohne System ist es dann aber doch nicht. Während Shetlandwolle (und viele andere Wollen) mit Gleichmäßigkeit trumpfen, die Wollfeinheit in einem möglichst engen Bereich und den Krimp möglichst gleichförmig benötigen für ihre Strategie; die Islandschafe für diesen Zweck zwei Sorten von Fasern haben, feine dichte gegen den Wind und grobe gegen den Regen, haben die Pommern Wollfeinheiten in einer großen Bandbreite. Von sehr fein bis sehr grob ist alles dabei. Die Verteilung ist aber wie in einer gaußschen Glockenkurve aufgebaut, manchmal auch wie in zwei sich überschneidenden Glockenkurven, mit zwei Spitzen. Im mittleren Bereich liegt aber immer der Schwerpunkt. Je nachdem, in welchem Bereich der Schwerpunkt liegt, handelt es sich um eine C, CD oder D Wolle. Die Biegung / Bogigkeit der Fasern ist dabei - chaotisch. Wohlgemerkt: bei jeder Wolle gibt es deutliche Abweichungen nach unten und nach oben! Es sind von AAA (sehr fein, oder 10 micron) bis F (grob oder 80 micron) alle vertreten! Lediglich der Schwerpunkt liegt woanders. Zudem ist jede Faser anders gekrimpt. Dieses Chaos schafft Volumen.
Volumen schafft Wärme, Wind und Wetterschutz.
Pommern zur Deckzeit - man erkennt das über die Unterwolle herausgewachsene Überhaar.
Das - vor allem in den klimatisch bedingt regenreichen Monaten - längere Überhaar hat einen eigenen Job: es leitet den Regen ab. Ist das nicht großartig? Ich bin immer wieder begeistert, wie gut die Wolle unsere Schafe schützt. Wie unterschiedlich sie ist! Wie außergewöhnlich! Das zu erhalten ist/muss ein Ziel bei der Zucht der rauhwolligen pommerschen Landschafe sein. Ich bin begeistert, wie unterschiedlich die Wolle ist, die ich verarbeiten darf! Die mal ein feiner, mal ein robuster Rohstoff für HandarbeitInnen und Wollverrückte ist. Jedes Vlies eine Idee. Die Grautöne ein Muster. Und immer ein warmer Pullover.
Wissenschaftlich wurden die RPL und ihre Wolle, die Wollfeinheit mehrfach dokumentiert. Durch Gaede 1926, Heidler 1955 und Kurt-Kun 1997 im Wesentlichen. Später noch einmal im Rahmen der Erhaltungszucht, bis 200? Die letzteren Ergebnisse scheinen jedoch nicht mehr verfügbar zu sein. Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus diesen Zeiten mit der heute in den Herden vorkommenden Wolle wäre für die Überprüfung der Erhaltungszucht interessant. Hierfür wollen aktuell mehrere Züchter Wollproben zu dem Wollinstitut Yokom McColl in Amerika schicken. Je mehr sich beteiligen, desto wertvoller das Ergebnis! Eine Idee ist es, möglichst viele Schafe aus dem Jahrgang 2014 zu testen, um einen vergleichbaren Überblick zu bekommen, der nicht die vom Züchter favorisierten Tiere bevorzugt. Aber auch weitere Testungen sind möglich.
Wir (Christoph und Karin Höller) haben bereits Kontakt zu Yokom McColl aufgenommen.
Die Probenentnahme bei Hanuta, ein 5x5 cm großes Stück Vlies wurde entnommen.

Es wurden zwei sehr unterschiedliche Wollen übersandt und untersucht. Eine "5er" Wolle und eine "8er" Wollewurden ganz bewusst gewählt, denn wir wurden gebeten, eine Probe zu schicken, damit sich das Institut schon mal eine Vorstellung davon machen kann, was kommt! Eine Auswertung mit dem ursprünglich angedachten OFDA 2000 konnte wegen der Länge der Fasern nicht erfolgen! Stattdessen wurden die zwei Proben mit dem OFDA 100 getestet. Die "5er" Wolle lässt im Ergebnis (und in der Praxis) das Herz der Flauschfraktion höher schlagen, die "8er" Wolle die des Körmeisters. Beide Wolltypen schützen die Schafe vor dem Wetter (sehen wir in der Praxis). Beide ergeben wundervolle Garne. Und: beide Wolltypen wurden in sowohl 1955 als auch 1995 beschrieben! Die Autoren favorisierten jeweils die "8er" Wolle - als die tyischere. Aber kontinuierlich vorhanden sind (hier sprechen die begeisterte Spinnerin, Strickerin und der Züchter) beide Wolltypen!

Seit fast zwei Jahr(zehnt)en wurden die Vliese bei der Körung aus Erfahrung begutachtet. Eine Messung der Wollfeinheiten in den heutigen Herden kann helfen, unsere Urteilskraft zu festigen und unser Zuchtziel zu bestätigen. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme! Es lebe die Vielfalt!
Wer teilnehmen möchte, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Der Versand wird über die IG-RPL organisiert, Mitglieder bekommen einen Zuschuss zu den Kosten! Eine gemeinsame (anonymisierte) Auswertung wird angestrebt!


Die Ergebnisse im Histogramm: Hanuta mit einer 8er Wolle und einer sehr typischen Verteilung der Wollfeinheiten. Von 10 micron bis 80 micron, bei einem deutlichen schwerpunkt im Bereich 20-40 micron. Der Hauptmesswert (nicht der Durchschnitt!) liegt bei 33,4 micron. Zur Auswertung der Messwerte findet man bei den Alpakazüchtern eine gute Beschreibung auf deutsch, die auf der Seite der azvd zu finden ist. Links daneben die Wolle von Rosinante, die mit einer 5 bewertet wurde, die einen Hauptmesswert von 29 micron hat. Deutlich zu sehen sind die zwei Schwerpunkte, einmal im Bereich von 16-26 micron und dann von 32-42 micron. Deutlich wird hier, dass lediglich die Betrachtung des Hauptwertes noch keine Aussage über die Wolle zulässt.
Karin

Vortrag über Farbgenetik beim Schaf

auf der Mitgliederversammlung Ende April wird Irina Böhme nachmittags einen Vortrag zur Farbgenetik halten. Aus diesem Anlass hebe ich die Verlinkungen zur Farbgenetik noch einmal hervor!

Irina Böhme und Saskia Dittgen haben ein Buch über Farbgenetik der "bunten" (=nicht weißen) Schafe herausgebracht haben. Die Pommernfarben sind leider komplizierter und nicht enthalten, da die Zusammenhänge sind noch nicht erforscht sind. Aber um die Grundlagen der Farbgenetik kennenzulernen ist das Buch toll- erklärt von Anfang an. Und dann kann man anfangen sich den Rätseln der Grautöne zu widmen (Wenn das Kreuzworträtsel der Samstagszeitung zu langweilig geworden ist)

Einen Einblick ins Buch gibt es hier: bunteschafe.blogspot.de
oder auf der Driftwool Seite: driftwool
und Gedanken über das Grau der Pommern hier: driftwool über pommern

Lammzeit

In vielen Betrieben hat die Lammzeit begonnen. Eine schöne, aber auch anstrengende Jahreszeit. Wir wünschen fitte Schafe und gesunde Lämmer!



Sie sind bei www.ig-pommernschafe.de